Titelbild Startup 1x1 [Teil 2]

Das Startup 1×1: Das braucht es zur erfolgreichen Gründung [Teil 2]

Schon in unserem letzten Blogpost haben wir uns mit den grundlegenden Hürden der Gründung beschäftigt. Neben einer einzigartigen Geschäftsidee, einem aussagekräftigen Namen und der richtigen Entscheidung in Sachen Finanzierung, Rechtsform und Bankverbindung, sind aber auch noch einige weitere Punkte zu beachten. Weiter gehts im Startup 1×1.

Startup 1x1 – Worauf bei der Gründung geachtet werden muss

 

6×6: Gründung

Bürokratie in Deutschland ist und bleibt ein Stolperstein.

Bürokratie im Zusammenhang mit StartupsVielen ist nicht bewusst, wie umfangreich die Liste jener Dinge ist, die vor der Gründung geklärt werden müssen. Absolut sinnvoll ist es deshalb, bereits vor dem Start in die Selbstständigkeit, einen Steuerberater mit einzubeziehen. Denn es gibt eine Vielzahl an Tipps, die bares Geld bedeuten können. Ein Beispiel für eine Steuerfalle, die innerhalb einer absoluten Grauzone liegt: Beteiligt man externe Investoren an dem eigenen, noch zu gründenden Unternehmen, so kann der Fiskus dies als Verkauf von geistigem Eigentums seitens der Gründer werten. Ist dies der Fall, so entsteht eine Steuerschuld gegenüber dem jeweiligen Finanzamt. Ein Thema, das Bücher füllen könnte, hier aber nur Erwähnung finden soll. Bei tiefergehenden Fragen können wir aber gerne einen Kontakt vermitteln. Hierzu könnt Ihr eine Mail an nikolas@vertriebscoaching.de senden.

Ebenfalls höher als gedacht, fallen meistens die anfallenden Notarkosten aus. Eine große Hilfe kann an dieser Stelle die Wirtschaftsförderung darstellen. Sie hat sich auf die Förderung von jungen Unternehmen spezialisiert, kennt daher bereits eine Vielzahl an Problematiken und kann anfallende Fragen im Vorfeld beantworten.

Die Themen Steuern, Kosten und rechtliche Fragen sind für viele Gründer absolutes Neuland und zählen damit zu den größten Hürden, die es zu bewältigen gibt.

 

7×7: Gründer als Generalisten

Als Gründer eines Startups laufen am Anfang einfach alle Stränge bei Dir zusammen.

Von Finanzierung bis Marketing, von Vertrieb bis HR und alles, was sonst noch so anfällt. Denn das klassische Startup beginnt als Ein- oder Zwei-Mann-Betrieb. An dieser Stelle muss ein Gründer zur eierlegenden Wollmilchsau mutieren, um all seinen Aufgaben gerecht zu werden. Dass dies nicht immer von Erfolg gekrönt ist, liegt in der Natur der Sache. Zu erwarten, alle Aufgaben gleich gut (oder schlecht) zu absolvieren, wäre also vollkommen naiv. Trotzdem gilt: Wer nicht netzwerkt, kommt nicht weiter; wer sein Produkt nicht aktiv vertreibt, verkauft nichts und wer sich nicht mit Personalfragen beschäftigt, wird nie den richtigen Mitarbeiter finden. Wer gründet, muss sich also darüber im Klaren sein, dass die anfängliche Arbeitsposition die des Allrounders sein wird.

 

8×8: Teamaufbau

Wachstum ist, wie bereits in einem unserer früheren Blogposts besprochen, ein enorm wichtiges Thema in neugegründeten Unternehmen.

Teamaufbau in StartupsGerade, wenn es dem oder den Gründern nicht mehr möglich ist, alle Aufgaben selbst zu stemmen. Die Personalauswahl in einem Startup unterscheidet sich fundamental von der eines etablierten Unternehmens. So können sie beispielsweise keine gleichsam hohe finanzielle Sicherheit bieten. Dem gegenüber, ergeben sich allerdings viele Freiheiten, wie unter anderem im Bezug auf Pausenregelungen und Arbeitszeitvereinbarungen, die wiederum nur in den wenigsten Konzernen zum Tragen kommen.

Viele Teams bestehen anfangs aus jungen, hoch motivierten Menschen, welche damit unter Umständen zunächst geringere Arbeitserfahrung ausgleichen. Häufig anzufinden in Startups, sind Werkstudenten, die ihr erlerntes Wissen aus der Universität mit viel Eifer endlich in der Praxis anwenden wollen. Sie stellen ein hohes Potential für das junge Unternehmen dar.

Eine Möglichkeit, gute Mitarbeiter an sich zu binden, ist zum Beispiel ein Employee Stock Ownership Program (ESOP) – es handelt sich um Belegschaftsaktien. Durch dieses Verfahren werden Mitarbeiter langfristig am Gewinn des Unternehmens beteiligt und die Motivation wird hoch gehalten, das Beste aus sich heraus zuholen. Ein wichtiger Unterschied zu klassischen Unternehmensanteilen ist, dass ein ESOP lediglich ein Versprechen über den Geldwert der Anteile darstellt. Somit sind sie virtuell und der Mitarbeiter muss nicht sofort bei Erhalt der Anteile Steuern entrichten. Im Falle eines Exits profitieren also nicht nur die Eigentümer, sondern auch diejenigen, die an diesem Programm beteiligt wurden.

 

9×9: Räumlichkeiten und Standort

Wie schnell wachsen wir und in welcher Zeit?

Location des StartupsGründer müssen die eigene Zukunft immer im Auge behalten und stetig einen imaginären Soll-Ist-Abgleich durchführen, um die eigene Situation möglichst objektiv einschätzen zu können. Wie groß wird unser Team? Wieviel Platz werden wir benötigen?

Der typische Beginn eines Startups ist auf der Couch, am Küchentisch oder in einem freien Kellerraum. Das erste Büro – die erste Expansion in dem Sinne – stellt einen Meilenstein für jedes junge Unternehmen dar. Aufgrund meist langfristiger Mietverträge ist es von Beginn an essentiell wichtig, einen Plan zu haben, wie die Belegschaft bzw. der Raumbedarf zukünftig aussehen wird.

Dahingehend muss dann auch der Standort Eures Unternehmens festgelegt werden und diese Entscheidung steht immer in engem Zusammenhang mit Eurem Geschäftsmodell. Erwartet Ihr beispielsweise häufigen Kundenbesuch oder müsst selbst zu Vor-Ort-Terminen fahren, ist eine gute Anbindung bzw. funktionierende Infrastruktur essenziell.

 

10×10: Vertrieb

Zu guter Letzt schließt sich der Kreis.

Vertrieb in StartupsDenn einer der häufigsten Fehler von Startups ist, so sehr an ihre Geschäftsidee zu glauben, dass vergessen wird, aktiv Vertrieb zu betreiben. Nur weil man selbst von seiner Idee absolut überzeugt ist, hat man dadurch aber noch keine Kunden überzeugt.

Produkte und Dienstleistungen müssen vertrieben werden, denn anfangs geht die Anfrage nur in den allerseltensten Fällen vom Kunden aus. Von daher ist es von Beginn an ungemein wichtig, mit möglichst vielen potentiellen Kunden ins Gespräch zu kommen. Denn der Übergang von Outbound zu Inbound geschieht erst, wenn das Startup oder die Marke bereits einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht hat. Das ist zu Beginn aber noch nicht der Fall.

Vertrieb bedarf Vorbereitung und guter Planung. Doch gerade am Anfang verkaufen die Gründer primär sich, in Kombination mit dem eigenen Produkt und das ist auch richtig so.

 

Das war unser 1×1 für Startups. Es steht außer Frage, dass beim Thema Gründung noch zig weitere Punkte zu beachten sind. Dabei kommt es nicht zuletzt immer auf die individuelle Situation und Euer Geschäftsmodell an. Diese zehn Punkte sind für uns aber die Basis einer jeden Gründung und wir hoffen, dass sie Euch bei Eurem Vorhaben weiterhelfen werden. Denn wie so oft im Leben heißt es auch hier: “Einfach machen, aus Fehlern lernt man.”, und das gilt insbesondere in Startups.